Carl Carlton

   A
m 20.04.1955 kommt Karl Walter Buskohl in Ihrhove (Kreis Leer) in Ostfriesland zur Welt. Seine Eltern
   haben einen kleinen Bauernhof, er ist ein Einzelkind. Als Kind, so sagt er selber, war er ein Träumer,
   eine Leseratte. Schule war nun wahrlich nicht sein Ding. Als seine Eltern ihn ins Internat steckten,
   begann er dort mit dem Schlagzeugspielen. Nach der mittleren Reife, die er doch recht beachtlich
   absolvierte, durfte er wieder heim und gründete gleich eine eigene Band. Seine Eltern stellten ihn vor
   die Wahl und er wählte: er verließ die Schule und sein Heimatdorf und jobbte im Emdener Hafen.
   Dann fuhr er ein Jahr auf See, landete in Holland. Dort, mittlerweile längst die Sticks beiseite gelegt
   und zur Sechssaitigen gewechselt, fand er sich recht bald in der dortigen Musikszene wieder. Schon
   bald sprach er fließend Holländisch, man dachte englisch dort und Deutschland fand bald nicht mehr
   statt für ihn.

   Sein erstes Angebot bekam er gleich bei Long Tall Ernie and The Shakers, tourte mit ihm und der
   Verdienst bei Ernie, bescherte ihm schließlich seinen heutigen Namen Carl Carlton. Denn Carl,
   übermütig und jung, steckte seinen ersten Gehaltsscheck kurzerhand ins Carlton-Hotel in Cannes.
   Und weil er anschliessend jedem erzählte, wie geil es dort war - nannten ihn alle nur noch Carlton...


   Auch Herman Brood and the Wild Romance bedienten sich seiner Künste, dann tauchten Mink deVille in Holland auf und heuerten Carl für ihren
   ausgefallenen Gitarristen an. Er ging mit denen nach Amerika, wo Mink deVille allerdings nicht halb so bekannt waren, wie in Europa. Plötzlich
   war das Geld alle, das Leben hart, der Hunger groß und New York gar keine schöne Stadt mehr!

   Zurück in Holland spielte er drei Jahre mit Vitesse, die waren schon richtige Popstars, hatten Nummer-Eins Hits und spielten im TV. Irgendwann
   wurde es ihm zu seicht und er hörte auf damit. Das war 1983 und er kannte bereits Bertram Engel. Der brachte ihn dann ins Panikorchester
   zu Udo Lindenberg.Irgendwann sah Peter im Jahre 1986 Carl bei Udo auf der Bühne und fragte ihn, ob er denn nicht in seiner Band einsteigen
   wollte. Seit 1987 ist Carl festes Mitglied der Maffay Band.

   Im Jahr 1984 gründete er ein eigenes Projekt mit Bertram Engel "The Raiders". Gute Kritiken und das war's dann auch schon. Erste eigene,
   wirkliche Erfolge konnte er mit New Legend verzeichnen. Zusammen mit Berte, Pascal und Harry deWinter sowie Peter Bootsman, unterschrieb
   er einen Plattenvertrag der BMG und die Band veröffentlichte zwei Alben, mit sehr guten Kritiken und tourte in den USA. Die große Chance in
   New York verspielt, entschied Carl diese Sache für sich als beendet, als er wieder in Deutschland ankam. Carl hatte irgendwann einfach den Fuß
   in der Tür und lernte viele Leute kennen, was ihm und den Leuten mit denen er arbeitet, sehr viel Positives beschert. Seiner Zusammenarbeit
   mit Manfred Mann's Earthband haben wir es zu verdanken, daß ein Chris Thompson mal eben die Tabaluga von Maffay in Englisch aufnimmt,
   Peter auf Tour begleitet. Mit Chris ist Carl heute noch befreundet.

   In den letzten 12 Jahren fand man Carl als Gitarrist, Produzent oder Songwriter an der Seite vieler bekannter, auch weniger bekannter, Musiker:
   Stephan Remmler, Leopardefell-Band (Niedecken), Mother's Finest (die Arbeit dauert bis heute an, auch für das Solo Album von Moses Mo ging
   er mit ins Studio), Amanda Marshall, Jimmy Barnes, Joe Cocker, Robert Palmer (dem wir letzendlich unsagbar danken und können, daß es die
   Songdogs überhaupt gibt!), Simple Minds Yothu Yindi. Mit Leuten wie Tony Carey und Anne Haigis, Alvin Lee und natürlich Betram Engel schrieb
   er Songs, auch für andere, produzierte hier und da, spielt eigentlich das ganze Jahr, kaum ein Tag wo er mal keine Gitarre in oder ein
   Mischpult unter seinen Händen hat. Sehr zum Bedauern seiner drei Kids, die ihren Vater natürlich sehr selten zu Gesicht bekommen.
  

   Carl lebt heute hauptsächlich in Dublin.

   Stand August 2005

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